Inhalt:

1. mgactiontown.de
Updates und Gedanken zur Entwicklung von mgactiontown.de

2. nachtgestalten
nachtgestalten ist ein Vlog, das die Gestalter des Mönchengladbacher Nachtlebens vorstellt. Am Ende jeder Sendung diskutieren wir dann über die Weggeh-Tipps des kommenden Wochenendes. Erscheint immer Donnerstags.

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Nachtgestalten #009 mit Georg Sehrbrock

Wir treffen den Musiker und Sonderschullehrer Georg Sehrbrock in seinem Musikzimmer in Geneicken und sprechen über privates Engagement, Kunst als Chance und seine beiden Projekte Belgium und Tschitschapeng, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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Nachtgestalten #008 mit Myriam Topel

Wir treffen die Fotografin Myriam Topel in ihrer Wohnzimmerküche in Eicken und sprechen über einen Australien-Trip mit Folgen, die aktuelle Aufbruchstimmung und natürlich CLAUS, den Markt der schönen Dinge.

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Nachtgestalten #007 mit Frederik “Freetz” Riedel

Wir treffen Frederik Riedel in seinem Büro im V16 und sprechen über seinen Weg nach Gladbach, die Tücken des DJ-Daseins und das BURNING ICE Fest.

Vermisst irgendwer die Interview-Skripte?

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Nachtgestalten #006 mit Hejo Siemes

Wir treffen den DJ Hejo Siemes auf einen Feierabendtee in seinen 4 Wänden. Er erzählt uns wie er ins DJ-Dasein reingestolpert ist, spricht über die Gladbacher Musikszene und die neuesten Ideen für seinen Kultpalast.

Mit den Interview-Skripts kommen wir nicht hinterher…auch das wird noch kommen!

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Nachtgestalten #005 mit Gregor Herzog

Wir treffen Gregor Herzog im neu eröffneten Zirkus Messajero auf der Sophienstrasse und unterhalten uns über die Freak-Zentrale Mönchengladbachs, den Generationenwechsel und halbvolle Gläser.

Mit den Interview-Skripts kommen wir nicht hinterher…auch das wird noch kommen!

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HINWEIS: Das Konzert der Stanley Beamish Blues Band am 12.11. ist verschoben!

Nachtgestalten #004 mit Olga Nowikow und Julia Striebel

Wir treffen Olga und Julia in ihrem Showroom. Sie erzählen uns warum sie nach Stationen in London, Paris und China in Mönchengladbach gelandet sind. Wir reden über Networking und die Entstehungsgeschichte von Madame Moustache.

Interview-Skript ist noch nicht abgetippt und folgt.

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Nachtgestalten #003 mit Marcel Ströter

Wir treffen den Webdesigner und Hardcore-Sänger Michael Ströter beim LOKO-Workshop im V16 und unterhalten uns über Eickens besonderen Flair, die Gladbacher Musikszene und kreatives Giftgas.

Marcel Ströter - Interview 04.11.2010

F Wer bist du?
A Meine Name ist Marcel Ströter. Ich wohne hier in Gladbach … Eicken. Ich bin Grafiker und Flashdesigner - Freelancer (www.block01.de). Größtenteils Webdesign, viel Flash-Kram.
Wenn du “freelance” arbeitest, ist es nicht so, dass du dir immer aussuchen kannst, was du machen kannst, sondern dann machst du halt auch irgendwelche Printsachen oder kümmerst dich um den oder den Kram. Aber größtenteils mache ich schon ziemlich viel, was mit Code zu tun hat.

F Was bringt dich nach Mönchengladbach?
A Ich bin hier geboren. (lacht) Ich bin hier geboren, dann bin ich aufgewachsen in Viersen und dann bin ich irgendwann wieder nach Gladbach zurückgezogen.
Das hat sich einfach so ergeben, das war nicht weil Düsseldorf so teuer war oder so… Ne, ich glaub’, das hat sich einfach so ergeben.

F Was schätzt du an dieser Stadt?
A In Eicken mag ich halt diesen etwas Berlin-haften Flair. Da gehst du um eine Ecke, da bist du schon in Marzahn, dann gehst du in ‘ne andere Ecke, dann bist du schon in Prenzlberg. Ich finde Eicken ist ein cooles Viertel. Da waren früher schon die coolen Läden in Gladbach. Es gibt - mal abgesehen von dem ganzen Altstadt-Spot - eine ganze Menge Sachen, die in Eicken ablaufen, die echt cool sind. Da wohnen ‘ne ganze Menge Leute, die auch cool sind und ‘ne ganze Menge Leute, die auch ein bißschen “asi” sind. Aber das ist egal, ich mag den Flair von Eicken.

F Wie gestaltest du MGActiontown?
A Ich war früher relativ involviert in einer Underground-Musikszene. Wir haben damals angefangen in Viersen Konzerte und Shows zu machen mit irgendwelchen Bands. Das haben wir dann eigentlich in Gladbach irgendwann auch wieder aufgegriffen.
Hier liefen früher eine ganze Menge Sachen - und dann lief halt ‘ne Zeit lang nichts mehr, was diesen ganzen Hardcore/Punk-Sektor anging. Dann haben wir angefangen auch im “Westend” mal wieder Shows zu machen. Freunde von mir haben damals auch im “Rock Babylon” Konzerte gemacht.
Das haben wir dann einfach mal irgendwann von Viersen aus nach Gladbach verlegt. Da habe ich auch gemerkt, wenn du Bock hast, was zu machen und Initiative zeigst…
Damals war in Viersen halt auch nichts. Da waren ein Haufen Leute, wir hatten alle Bands und konnten nirgendwo spielen. Also haben wir unsere eigenen Konzerte gemacht und dann wurde das ein Selbstläufer. Dann haben wir haufenweise Leute aus den USA gebucht, die mit ihren Bands gekommen sind. Die ganzen Leute aus dem Pott sind damals zu den Shows nach Viersen gekommen, obwohl Viersen garnicht existent auf der Karte ist. Aber es hat halt funktioniert.
Deswegen verstehe ich auch nie, wenn die Leute sagen “Hier passiert nix, hier passiert nix.” Hier passiert eine ganze Menge und ist eigentlich schon immer eine ganze Menge passiert.

F Was ist The Platoon?
A Die Band heißt “The Platoon” (www.myspace.com/theplatoon), so wie der Film. Es ist Punk-Hardcore-Metal-wie-man-das-auch-immer-nennen-will. Es ist halt aggressive Musik. Und ich mache die “Gesangskunst”. (muss lachen) Ich bin der Sänger der Band.
Wir spielen nächste Woche Samstag (06.11.10) in Essen. Darauf den Samstag spielen wir in Goslar. Dann ist auch erstmal Schicht für dieses Jahr. Wir bringen Ende Dezember ‘ne neue 7”(-Single-Schallplatte) raus. Auf einem Aachener Label, das heißt “Save My Soul Records”. Nächstes Jahr werden wir weiter an ‘ner Full-Length(-Album/Schallplatte) schreiben und das auch mal fertig machen.
Ich glaub’ nächstes Mal (Anm. gemeint ist ein Konzert) in Gladbach könnte vielleicht noch was dauern. Vielleicht im Frühjahr nächsten Jahres. Man sollte auch nicht zu viel zuhause spielen.

F Was ist dein Eindruck von der Gladbacher Musikszene?
A Ich finde das ist alles sehr vital. Es scheint ja auch eine Unmenge an Bands zu geben. Nicht nur Punk- und Hardcore-Bands oder Metal-Bands, sondern auch eine ganze Menge anderer Bands. Wir sind mit unserer Band in der Künkelstraße (Anm.: Proberaum in der “Alten Fabrik”). Jeder Raum ist da belegt und du hörst halt nicht nur die ganze Zeit Duff-Duff-Duff-Duff, sondern auch irgendwelche Rock-Bands oder Jazz-Typen, die da irgendwas machen. Und die müssen schließlich auch mal irgendwo auftreten und das werden die wahrscheinlich auch in Gladbach machen.
Aber ich denke, dass es einfacher ist für Szenebezogene Musik hier ein Podium zu finden. Das heißt, wenn du in irgendeiner Hardcore-Band bist, oder einer Punk-Band oder du hast eine Metal-Band, dann kannst du schnell was aufziehen. Denn du hast immer irgendwo solche Läden (für Konzerte). Wenn du dagegen in irgendeiner deutschsprachigen Rock-Band bist, die sich wie “Tocotronic” anhören, dann hast du ein bißschen schlechte Karten. Es ist halt keine richtige Szene-Musik und es gibt so eine Szene auch nur so “irgendwie”. Das sind ganz normale Fans, die finden das einfach nur geil. Und das ist dann schon ein bißschen schwieriger.

F Was ist deine Vision für MG in 5 Jahren?
A Dass Sachen wie das V16 oder andere Sachen, die die Leute auf die Beine stellen, ein bißschen mehr Anklang finden. Nicht nur innerhalb einer (Kreativ-)Szene. Künstler unter sich kaufen sich auch nicht gegenseitig die Werke ab, dafür haben sie garkeine Kohle.
Dass das von der Stadt erkannt wird, dass die da vielleicht auch mal hingehen und ein bißschen mehr Support an den Start bringen.
Und dass auch das Laufpublikum mal auf den Trichter kommt: “Ah, hier gibt es auch eine Kunstszene.” oder “Hier gibt es irgendwie abgefahrene Sachen.” und “Hier gibt es coole Musik und irgendwelche Clubs, wo man hingehen kann, wo gute Livemusik läuft.” Dass die Leute halt nicht mehr so ignorant ihrer eigenen Stadt gegenüber wären.
Die Sache ist halt: das muss sich natürlich irgendwie aufbauen. Das kannst du erstens nicht erzwingen, indem du sagst, wir stellen hier so eine Fahne hin, da steht drauf: “Wir sind die Kreativen” und dann funktioniert das von alleine. Das ist ja nicht so, als wenn du hier so kreatives Giftgas in die Luft verbreitest und auf einmal sind alle so “Wow, cool!”.
Ich glaube das ist ein Prozess und ich würde mir wünschen, dass - egal in welcher Art und Weise sich halt Untergrund formiert hier, ob das jetzt irgendwelche Leute sind, die Kunst machen oder Musiker - sich die Szene, ohne sich dabei selbst zu verkaufen, einfach selber voran treibt und größer wird, so dass sich das dann auf alle anderen Leute auswirkt.

F Was sind deine Tipps für’s Wochenende?
A Wenn ich in Gladbach wäre, würde ich wahrscheinlich zum DJ-Contest gehen, weil so ‘ne Sache ist halt immer sehr abgefahren. Also wenn der DJ-Contest viel mit Turntablism zu tun hätte, dann würde ich dahin gehen, wenn es jetzt nur so eine Techno-Veranstaltung ist, dann glaub ich, würde ich irgendwo ein Bier trinken gehen.
Am Samstag … der “Meista Fader”, der is’n lieber Jung’, also würde ich wahrscheinlich mal in die “Trashdance” gehen. Die ist im Sonnendeck, dem alten Kolpinghaus. Soweit ich weiss, gibt es da eine lustig verkleidete DJ-Truppe und viel Elektro- und House-Geschichten. Das würde ich machen.

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Nachtgestalten #002 mit Matt Jaems

Wir besuchen den Filmemacher Matt Jaems in seiner Produktionsfirma MNP und sprechen über die Entwicklung der Mönchengladbacher Kreativszene, seine Tipps für’s Wochenende und seinen neuen Film “Room to Breathe”, der am 1. November Premiere feiert.

Matt Jaems - Interview 28.10.2010

F Wer bist du?
A Ich bin Matt Jaems und ich bin Filmemacher. Meine Firma heißt “Middle Name Productions” (www.middlenameproductions.com) und wir sind eine unabhängige Medienproduktionsfirma. Wir machen, was wir können: Werbung, Tonaufnahmen und Filme natürlich - ein Kinofilm jedes Jahr. Eigentlich alles mit Film und Spaß.

F Was bringt dich nach Mönchengladbach?
A In Mönchengladbach wohne ich seit fünfzehn Jahren. Zuerst im HQ mit den britischen Streitkräften. Seit fünf Jahren wohne ich “richtig” in Mönchengladbach.
Ursprünglich bin ich mit meiner Familie gekommen, mein Vater war Lehrer in der Gesamtschule (Anm: im JHQ). Dann habe ich mir gedacht, ich möchte in Mönchengladbach sein und Filme machen. Wir hatten ein kleines Netzwerk, Engländer und Deutsche, und damit hat es dann angefangen. Erst eine kleine Gruppe, die dann größer und größer wurde. Das war für mich der Grund in Mönchengladbach zu bleiben.
Ich bin ein Mönchengladbacher, weil ich hier länger gewohnt habe als in England. Es ist meine Heimat und ich bleib’ hier.

F Was schätzt du an dieser Stadt?
A Ich glaube in den letzten Jahren gibt es viele Leute und Gruppen, die interessante Sachen machen. In zehn Jahren habe ich nicht soviel davon gesehen. Da war ich auch jünger und beschäftigt mit Musik usw. Aber jetzt sehe ich mehr und ich bin neugierig zu sehen, was als nächstes kommt. Die ganze Idee vom V16 finde ich interessant und ich glaube, wir haben vorher nichts vergleichbares gehabt.

F Wie gestaltest du MGActiontown?
A Beruflich mache ich Musik, Tonaufnahmen und Nachbearbeitung. Aber gleichzeitig auch die Kinofilme. Das braucht sehr viel Zeit. Das Vorbereiten dauert lange und kann bis zu zwei Jahre dauern. Danach das Drehen und Nachbearbeiten. Mein Wunsch ist es, jedes Jahr einen neuen Film zu machen. Aber das ist schwierig, bisher haben wir alle 18 Monate einen neuen Film herausgebracht.

F Was ist Room To Breathe?
A Mit jedem neuen Projekt habe ich neue Ziele. Der erste Film spielte in nur einem Gebäude, weil das Budget nur achttausend Euro betrug und es logistisch nicht anders möglich gewesen wäre. Bei dem zweiten Film habe ich gesagt, ich möchte in der ganzen Stadt drehen. Wir haben ein bißschen mehr Geld und ich will diese logistische Herausforderung. Also wurde es ein bißschen größer und auch die Geschichte ist anspruchsvoller geworden.
(beugt sich vor) Fünf Kriminelle kommen nach Mönchengladbach für einen Job. Es ist nicht ganz klar, was dieser Job beinhaltet, aber es ist etwas gefährlich und mysteriös. Und natürlich geht nicht alles so aus wie erwartet. Es gibt Probleme, auch innerhalb dieser Gruppe, die Beziehungen werden auf die Probe gestellt. Für die Charaktere ist es eine Reise durch Mönchengladbach, die im Wasserturm endet.

F Was ist deine Vision für MG in 5 Jahren?
A Ich hoffe, wir werden mehr kreative Sachen sehen und eine echte Gemeinschaft. Wir haben viele verschiedene Gruppen, hier im V16 und auch woanders. Und vielleicht könnte es eine bessere Verbindung zwischen allen diesen Gruppen geben. Es ist schwierig, weil jede Firma und jede Person eigene Projekte machen muss. Aber vielleicht können wir bessere und größere Sachen zusammen machen. Das ist mein Wunsch: für Middle Name Productions möchte ich öfter mit anderen zusammen arbeiten und in drei oder vier Jahren eine Kreativ-Familie (aufbauen), um dann Projekt für Projekt zusammen zu arbeiten. Vielleicht könnte Mönchengladbach in der Umgebung auch ein bißschen berühmter sein, als “kreatives Zentrum” oder so. Ganz anders als vorher.

F Was sind deine Tipps für’s Wochenende?
A Ich bin sehr neugierig auf “Furiosef” im Galerie Cafe Message am Freitag, den 29. Oktober. Da steht “Volksliederjazzfolkweltmusikkabarett”, ein sehr langes Wort, das klingt cool.
Am Samstag, den 30. ist “Hello Wien”. Die Vorstellung “Übergänge” von Antja Prömper und Viktor Schmidt habe ich gesehen, als sie im f:7.2 (Anm: gemeint ist die “Galerie f:7.2” im V16) war und die fand ich sehr schön. Das wäre eine Möglichkeit, das nochmal zu sehen. Am Montag bin ich natürlich in der Premiere von unserem Film “Room to Breathe”. Im englischen Originalton mit deutschen Untertiteln ab 20:00 Uhr im Comet Cine Center.

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Nachtgestalten #001 mit Kai Kyas

Nach der langen Pause hier das erste neue Interview. Bei den Interviews hilft mir ab sofort Norbert Krause, was man auch direkt sieht, das Video ist deutlich besser geworden.

Erster Interviewpartner ist Kai Kyas von Lost in Music, der im Moment den Dee Jay Contest veranstaltet. Er redet darüber, was ihn mit Gladbach verbindet, wie er die Stadt mitgestaltet und natürlich über den Dee Jay Contest.

Und hier für alle, die das Interview lieber lesen möchten, das Skript:

Kai Kyas - Interview 21.10.2010

F Wer bist du?
A Ich bin Kai Kyas, einssechsundsiebzig groß, rot-blondes Haar, ca. 34 Jahre alt. Ich mache in Mönchengladbach seit zehn Jahren Veranstaltungen, hauptsächlich im elektronischen Bereich. Ich habe viel mit Jugendlichen gemacht, wo ich auch wieder viel mit Musik gemacht habe.

F Was bringt dich nach Mönchengladbach?
A Ich bin von Düsseldorf nach Korschenbroich gezogen “worden” von meinen Eltern. Und die nächste interessante Stadt war Mönchengladbach oder Neuss. Neuss stinkt und von daher habe ich mich für Mönchengladbach entschieden. Natürlich war ich auch öfter in den Großstädten drumherum. Aber ich habe hier in der Nähe auch gearbeitet und deswegen bin ich dann nach Mönchengladbach gezogen.

F Was schätzt du an dieser Stadt?
A Wie für viele andere auch ist es mit Mönchengladbach eine Hassliebe - man hat seine Freunde, man kennt die Leute, man hat eine überschaubare Community, was sehr schön ist. Man trifft eben immer wieder Leute, die man kennt, das ist das schöne an Mönchengladbach. Wenn man dann wirklich was will, kommt man schnell nach Köln, Venlo, Düsseldorf - überall hin. Man muss es dann eben auch machen, aber man hat hier die Möglichkeit.
Und ich finde in Mönchengladbach gut, dass man in den letzten zehn Jahren gesehen hat, wie man vom Underground aus etwas gestalten kann. Was in vielen (anderen) Städten schwieriger ist.

F Wie gestaltest du MGActiontown?
A Wie gesagt, seit zehn Jahren mache ich Veranstaltungen in Mönchengladbach. Vorher habe ich schon in Jugendzentren versucht Parties zu machen, bzw. habe sie gemacht: mit Deko, mit Musikmachen und allem drum-und-dran, was eben dazugehört. Irgendwann hatte ich auch Spaß daran, mehr als nur ein Jugendzentrum zu beschallen. Dann habe ich mit einem Kollegen, damals im “Diamond Club” - vorher “Double Five”, heute “Sinas Club” (Erklärung: Namen von Diskotheken oder Clubs) - die ersten House-Parties in Gladbach mitgestaltet. (Von da) sind wir dann in den Underground zurück und haben illegale Parties im Raum Mönchengladbach gemacht. Wir wurden dann gefragt vom “Projekt 42” - das kam gerade an den Start - ob wir nicht da Veranstaltungen machen würden. Da haben wir die “Clubwork Orange” vor acht Jahren angefangen und das ist somit meine längste, regelmäßige Veranstaltung.
Ich bin halt immer dabei, zu gucken, wie ich Musik in Gladbach gestalten kann. Was für Projekte ich machen kann, die ich interessant finde, die ich in anderen Städten sehe, die ich für Gladbach gut finde - und bringe die dann nach Gladbach. Das Rad wird nicht neu erfunden, es gibt halt ganz viele Sachen, die einfach - meiner Meinung nach - hier auch passieren können.
Ansonsten mache ich auch oft Projekte, die Gladbachübergreifend sind. Aktuell mit dem DJ-Contest, für den wir ein Video erstellt haben, was bei Youtube gut funktioniert. Wir hatten Bewerbungen aus Frankfurt und Dresden - Städten von denen wir es niemals erwartet hätten. Das fand ich schon enorm, die wollen aus der anderen Seite von Deutschland nach Gladbach zum DJ-Contest, das ist doch abgefahren! Das ist wichtig, dass man sieht: in Gladbach passiert was, Gladbach ist interessant. Wir haben eine super Infrastruktur, was die Altstadt angeht, die jetzt auch immer interessanter wird. Und da denke ich, ist halt Potenzial. Es hat früher funktioniert, es kann auch wieder funktionieren.

F Was kam es zum Dee Jay Contest?
A Eigentlich war angedacht, dieses Jahr wieder eine Clubnacht zu machen, aber dieses Jahr gibt es eine ziemlich hohe Fluktuation der Clubs. Deswegen war ich mir nicht sicher, wie ich das mit der Clubnacht machen würde und ich wollte diesen DJ-Contest immer schon machen. Dann habe ich den verschiedenen Läden das Konzept vorgestellt.
Wir haben inzwischen 15 DJs, die in 3 Vorrunden sind: im “Rossi”, im “Projekt (42)” und im “Graefen”. Von jeweils 5 Leuten wird einer übrigbleiben. Das passiert einmal durch Publikumsvoting mit meinem Applaus-O-Meter (lacht), das ich extra aus den 80igern wieder ausgegraben habe. Einen zweiten Punkt kann durch ein Voting auf unserer Internetseite (www.lost-in-music.biz) kriegen. Jetzt sollte die Person mit zwei Punkten gewinnen. Wenn zwei Personen je einen Punkt haben, gibt es ein 24-Stunden-Voting. Dadurch ermitteln wir den für das Publikum am besten funktionierenden DJ.

F Was ist deine Vision für MG in 5 Jahren?
A Ich bin letztens an einem Samstag durch die Altstadt gewatet und ich war glücklich. Ich fands super, weil jeder Laden voll war. Das “Graefen” hatte eine tolle Party, das “Sonnendeck” hatte ne Party, die voll war, das “Rossi” war voll, vor dem “Goldwasser” standen’se Schlange, das “Projekt (42)” war voll. Ich fands super, dass es Tage gibt die so gut funktionieren, wo jeder was davon hat, dass Gladbach wieder funktioniert. Das ist was, von dem ich hoffe, das häufiger geben wird: einfach eine funktionierende Altstadt.

F Was sind deine Tipps für’s Wochenende?
A An diesem Wochenende - in der funktionierenden Altstadt (lacht) - ist es (für mich) natürlich wie bei vielen in meiner Altersklasse: wir haben Frau und noch nicht Kind oder Frau und Kind. Und immer weniger Zeit und auch Lust rauszugehen. Freitag werde ich deshalb mit meiner Frau etwas unternehmen. Samstags habe ich dann den DJ-Contest. Für mich ist dann ganz klar, ich werde den DJ-Contest machen. Und Sonntag morgen fangen wir um 6 Uhr mit der Afterhour an. Die ist jetzt im “38 Grad”, da haben wir seit zwei Wochen wieder “nach:spielzeit” (Erklärung: Afterhour ist eine Party, die erst früh morgens, nach dem Ende regulärer Parties, beginnt). Da werde ich kurz vorbeigehen und “Hallo” sagen. Und dann nach Hause und ab ins Bett, weil auch ich nicht mehr unbedingt die Lust habe, bis 10 Uhr durchzumachen. Aber halt viele andere und für die macht man das ja. Nochmal die Fakten zum Dee Jay Contest: Samstag, 23:00 Uhr, Projekt 42: der erste elektronischer DJ-Contest in Mönchengladbach.

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Generelle Entwicklungspause bis Oktober

Da ich am 13. September nach Portugal fliege, wird sich hier bis Oktober leider nichts tun. Das Konzept finde ich aber nach wie vor spannend und ab Oktober wird dann weiterentwickelt.

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